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Das Pflegeheim Ins \"Heim\" will niemand, aber manchmal geht es nicht anders.

Omi nach Hause holen oder ins Pflegeheim?                  Zu den Pflegeinfos

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Alt 24.10.2007, 14:08   #1
Jenn
 
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Registriert seit: 24.10.2007
Beiträge: 1
Standard Omi nach Hause holen oder ins Pflegeheim?

Meine Omi (88 J.) war immer sehr selbstständig, baut aber seit Jahren immer weiter ab. Bisher haben meine Mutter (Ihre Ex-Schwiegertochter) und ich uns gemeinsam um sie gekümmert was kleine Hilfestellungen wie einkaufen, Wohnung sauber halten und Co. anging.
Jetzt ist es allerdings soweit das meine Omi es nicht mehr aus ihrer Wohnung raus schafft und ihr selbst die kurzen Wege in Ihrer Wohnung schon große Schwierigkeiten und Schmerzen bereiten, sie sich nicht mehr alleine anziehen kann usw.
Da meine Mutter vor 1 Monat plötzlich verstorben ist und mein Vater sich so rein gar nicht für seine Mutter interessiert stehe ich nun allein da und bin z.Zt. ganz einfach überfordert weil ich, durch Vollzeitarbeit, meiner Omi nicht in dem Maße helfen kann wie ich es gerne würde.

Einen Pflegedienst will meine Omi nicht, weil dieser Ihren gewohnten Rhytmus durcheinander bringen würde (Gott – sie kann soooo starrsinnig sein...)
Nun äußerte sie vor einigen Tagen, daß sie wohl doch in ein Heim müsse weil sie eingesehen hat, das sie sich wohl bald nicht mal mehr alleine essen machen könnte.
Wir hatten schon oft über betreutes wohnen gesprochen aber auch das wollte sie partout nicht („einen alten Baum verpflanzt man nicht mehr“) und nun überlege ich ob es wirklich Sinn macht sie in ein Pflegeheim zu bringen oder ob ich lieber nach einer größeren Wohnung suche und sie zu meinem Verlobten und mir hole... man hört doch zu oft über Mißstände in Pflege-und Altenheimen... Das will ich meiner Omi aber auf keinen Fall zumuten!
Auf der anderen Seite frage ich mich ob ich der Pflege meiner Omi bei mir zu Hause überhaupt gewachsen bin...???

Wer hat Erfahrungen und kann mir nen Tip geben???
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Alt 24.10.2007, 15:53   #2
cws
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Standard

Es klingt hart, aber nach meiner Erfahrung, tue es nicht.

Es wird dein Leben völlig verändern, es wird eine große Belastung für deine Beziehung werden. Ob dann deine Omi damit glücklich ist, auch dass ist ungewiss, weil sie merken wird welche Belastung sie ist.
Hinzu kommt die Frage:
Was wird wenn sie wirklich pflegebedürftig ist, bettlägerich, evtl. verwirrt?

Vielleicht solltest du erst einmal den kleinsten Schritt versuchen: ambulanter Pflegedienst, auch wenn sie es eigentlich nicht will. Einen Versuch sollte sie machen. Meine Mutter hat genauso argumentiert, wollte den Service dann aber schnell nicht mehr missen. Es ist der kleinste Schritt, mit den wenigsten Belastungen und er ist als einziger nicht endgültig, sondern jederzeit wieder zu ändern. Es bleiben alle Optionen offen, mindestens gewinnt man Zeit.

Was ist mit dem Fahrbaren Mittagstisch? Anbietern wie bofrost?

Betreutes Wohnen will sie nicht - „einen alten Baum verpflanzt man nicht mehr“ - aber ein Heim? Auch wenn ihr sie zu euch nehmt, das ist auch verpflanzen.

Nicht jedes Heim ist ein Heim mit Missständen. Es ist vielleicht eine mühsame Suche aber sie ist nicht aussichtslos.
Eine Option sind Wohngemeinschaften, aber die sind in der Regel für altersdemente Menschen, und eher nicht für jemanden wie deine Oma. Das wird im Heim aber nicht anders sein.

Ich denke es ist einen Versuch wert, dass man ein Arrangement findet, damit sie in ihrer Wohnung bleiben kann - Einen Versuch ist es wert.
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Alt 25.10.2007, 10:18   #3
Pike
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ich will nur sagen, dass ich der gleichen Meinung wie cws bin!
Noch ein "technisches" Detail: Sprich mit Deiner Omi und ihrem Hausarzt darüber, ob es nicht sinnvoll ist eine "Pflegestufe" zu beantragen. Das müßte eigentlich gelingen und hilft bei den Kosten für einen Pflegedienst. Man kann auch "Kombileistung" beantragen. Der Hausarzt wird Dir sicher erklären können wie es funktioniert, sonst im Internet noch mal gucken oder hier nochmal nachfragen.
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Alt 25.10.2007, 15:57   #4
cws
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Info zum Thema Pflegestufe findest du auf unseren Infoseiten: http://www.pflegeverantwortung.de/pf...zwei-drei.html
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Alt 14.11.2007, 11:35   #5
cws
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Was mich immer wieder sehr belastet ist, dass es keine zuverlässige Planung mehr gibt.
Das gilt im Großen - nächste Woche Freitag um 8:30 Uhr Termin beim Zahnarzt - weiß ich ob ich da wirklich hin kann, weiß ich was da passiert ist, im Zweifel in der Nacht. Aber auch die kleinen Dinge, wenn die zu pflegende Person im Haus ist. Ich kann mich fast drauf verlassen, dass sie immer dann ruft, Hilfe braucht, wenn ich gerade etwas angefangen habe, das meine Konzentration erfordert. Egal. ob es das Essen auf dem Tisch oder die Arbeit am Computer ist.
Natürlich werde ich dann aggressiv. Oft fluche ich erst einmal laut und gehe dann zu ihr, sie kann ja nichts dafür und fluchen entspannt
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Alt 19.11.2007, 19:43   #6
Heidi
 
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Beiträge: 1
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Hallo Jenn,
aus meiner Sicht wäre es sicher mit großen Schwierigkeiten verbunden, wenn Dein Omi bei Euch leben würde. Wie soll es denn gehen, wenn Du arbeitest?
Ich würde ein kleines Pflegeheim in Deiner Umgebung suchen und das oder die gemeinsam mit Deiner Omi ansehen.
Wir haben das mit meiner Mutter auch gemacht. Sie hat sich anfangs gesträubt, aus ihrer eigenen Wohnung auszuziehen, was ich auch sehr gut verstehen kann. Dann haben meine Schwester und ich gemeinsam mit unserer Mutter ein Heim ausgesucht. Es war gut, dass sie noch so gut drauf war, weil sie dann Zeit hatte, sich dort einzuleben. Wir haben ein kleines Heim gesucht mit 28 Bewohnern. Dort geht es liebevoll zu.
Aber es ist eine heikle Angelegenheit, doch ich denke, für alle das Beste, denn die Pflege einer hilfsbedürftigen Person kann einen an die Grenzen bringen, wenn man auch noch berufstätig ist.
Ich wünsche Dir viel Erfolg
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Alt 02.05.2008, 17:48   #7
tinimay
 
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Standard Gleiche Sorge

Wir stehen als Familie vor dem gleichen Problem. Unsere Mutter ist körperlich sehr stark eingeschränkt, kann nur noch mit Lifter gehoben werden.Außerdem hat sie sehr starkes Übergewicht was die Angelgenheit nicht leichter macht.Vor einigen Monaten verstarb unser Vater,der sie liebevoll gepflegt hat. Sie ist nun seit Januar 08 im Heim. Jedoch gefällt es ihr dort überhaupt nicht. Sie war bereits in einem anderen Heim und obwohl beide Heime hübsch und freundlich waren und sind, gelingt es ihr nicht sich ans leben im Heim zu gewöhnen. Dadurch ist sie hochgradig depressiv geworden. Wir besuchen sie jeden Tag, jedoch ist es als wenn sie vor unseren Augen verblüht. Daher hat meine Schwester nun eine behindertengerechte Wohnung angemietet und will sie zu sich nehmen. Gemeinsam wollen wir es versuchen zu schaffen unserer Mutti noch einige schöne Jahre zu schenken. Aber ich gebe zu, wir haben auch ein wenig Angst davor uns völlig zu überfordern.
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Alt 03.05.2008, 10:34   #8
Pike
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Beiträge: 59
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Eure Bedenken, Euch zu überfordern, sind berechtigt! Deshalb solltet Ihr unbedingt für unbeschwerte Frei-Zeiten für Euch sorgen, damit Ihr auch Euer ganz eigenes Leben wenigstens teilweise leben könnt.
Wenn noch nicht geschehen, solltet Ihr eine "Pflegestufe" - ich denke II oder sogar III - beantragen. Das daraus resultierende Geld kann dann z.B. für Einsätze eines Pflegedienstes verwendet werden.
Lest auch das, was in diesem Forum zum Thema "Haushaltshilfen aus Osteuropa" geschrieben ist. Ich würde gegebenenfalls das "Agentur-Modell" wagen, das wiederum von deutschen Agenturen gemanagt wird. Wenigstens eine davon machte mir einen sehr vertrauenswürdigen Eindruck.
Pike ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.05.2008, 11:41   #9
cws
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Ort: Schlachtensee
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Beiträge: 329
Standard

Ich würde auch raten, dass ihr die Aufteilung der Arbeit vorher vereinbart. Es wird füre Deine Schwester zu schwer, wenn sie das Gefühl hat nach einer Weile allein mit Eurer Mutter gelassen zu sein.
Das gemeinschaftliche Engagement droht im Alltag verloren zu gehen, wenn eine Person die Last überwiegend trägt.
Vereinbart feste Tage, an denen sie frei nimmt, eine Zeit, in der sie wegfährt.
Versucht, wie Pike sagt, einen Pflegedienst einzubinden, der wenigstens die Morgentoilette übernimmt.Das ganze wird nur dann längewrfristig funktionieren, wenn Deine Schwester sich nicht alleingelassen fühlt und ihr eigenes Leben dennoch leben kann.
Sie muss auch an sich denken, sonst ist das nicht zu schaffen.

Und lies dir die Hinweise über die soziale Sicherung der Pflegeperson einmal durch.
Das wirkt kurzfristig nicht so als wäre es das erste, wichtigste Problem, aber es ist wichtig und oft nicht nachträglich einzurichten.
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Alt 05.05.2008, 00:39   #10
tinimay
 
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Beiträge: 3
Standard

Danke an Pike und CWS,ja Ihr habt völlig recht.Ich muß meiner Schwester Freiräume ermöglichen. Ich habe bereits nach 8 Wochen Pflege erleben müssen das ich mich erledigt fühlte. Ich konnte damals kaum noch erwarten endlich wieder durch meinen Vater abgelöst zu werden.Sie hat die Pflegestufe 3 und ich bin mir sicher, dass es ohne Hilfe von Fachkräften nicht gehen wird. Gruß Tinimay
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Stichworte
hause , holen , omi , pflegeheim

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