ZweiFingerSchritt 1 zur Pflegestufe
Vorbereitung  und beschaffen von Informationen

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ZweiFingerSchritt 2 zur Pflegestufe
Beantragung der Pflegestufen,
der Besuch des Gutachters

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Schritt 3 zur Pflegestufe
Einstufung durch die Kasse,
notfalls: Widerspruch

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VierFinger - © pilarts - Fotolia.com

Schritt 4 zur Pflegestufe
Umsetzung der Leistungen.
Pflegestufen 1, 2, 3

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Aktuelle Seite: HomeWas ist Grundpflege?

Was ist Grundpflege?

Die Leistungen der Grundpflege bestehen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung, Mobilität.

Was darf wie lange dauern?

Maßgeblich ist der Zeitaufwand, den ein Familienangehöriger benötigt, nicht den eine Fachkraft benötigt. 
Das ist die Vorgabe aus dem Gesetz- (§15 Abs.3 SGB XI)

Die Pflegekassen haben diesen Zeitaufwand standardisiert. Für jede der Tätigkeiten aus dem Bereich der Grundpflege wird ein verbindliches Zeitraster vorgegeben. Allein der Aufwand für diese Tätigkeiten entscheidet über die Ansprüche in der Pflegeversicherung. Hierbei sind die Erkrankung, die Diagnose, auch die Frage der verbleibenden Lebenserwartung, ebenso die seelischen Belastungen nicht entscheidend.

Hier die maßgeblichen Elemente und die dafür vorgesehenen Zeiten, die im Rahmen der Grundpflege berücksichtigt werden:

Der Bereich der Körperpflege

  1. Waschen.
    • Ganzkörperwäsche: 20 bis 25 Min.
    • Oberkörper: 8 bis 10 Min.
    • Unterkörper: 12 bis 15 Min.
    • Hände/Gesicht: 1 bis 2 Min.
  2. Duschen
    • 15 bis 20 Min.
  3. Baden.
    • 20 bis 25 Min.
  4. Zahnpflege.
    • 5 Min.
  5. Kämmen.
    • 1 bis 3 Min.
  6. Rasieren.
    • 5 bis 10 min.
  7. Darm- oder Blasenentleerung,
    • Wasserlassen (incl. Intimhygiene (Reinigung mit Toilettenpapier), Toilettenspülung ): 2 bis 3 Min.
    • Stuhlgang (incl. Intimhygiene (Reinigung mit Toilettenpapier), Toilettenspülung ): 3 bis 6 Min.
    • Richten der Bekleidung: insgesamt 2 Min.
    • Wechseln von Windeln (Intimhygiene, Entsorgung) 
      • o nach Wasserlassen: 4 bis 6 Min.
      • o nach Stuhlgang: 7 bis 10 Min.
    • Wechsel kleiner Vorlagen: 1 bis 2 Min.

Der Bereich Ernährung

  1. Das mundgerechte Zubereiten.
    Gemeint ist das Zerkleinern in mundgerechte Bissen, das Entfernen von Knochen und Gräten, das Einfüllen von Getränken in Trinkgefäße. Der Schritt, der es ermöglicht das fertige Essen in den Mund zu bekommen.  
    • 2 bis 3 Min.
  2. Die Aufnahme der Nahrung,
    In jeder Form (fest, breiig, flüssig) 
    Umgangssprachlich: das Füttern.
    • 15 bis 20 Min. (Maximal 3 Hauptmahlzeiten am Tag)

Der Bereich der Mobilität

  1. Aufstehen und Zu-Bett-Gehen
    • einfache Hilfe zum Aufstehen/zu Bett gehen: je 1 bis 2 Min.
    • Umlagern: 2 bis 3 Min.

  2. An- und Auskleiden
    • Ankleiden gesamt: 8 bis 10 Min.
      • nur Oberkörper oder Unterkörper:: 5 bis 6 Min.
    • Entkleiden gesamt: 4 bis 6 Min.
      • nur Oberkörper oder Unterkörper: 2 bis 3 Min.
  3. Gehen, Stehen, Treppensteigen.
    Gehen bedeutet zum Beispiel die Unterstützung durch Heranschieben des Rollators, die teilweise Übernahme, wenn der Pflegende den Rollartor lenkt, die vollständige Übernahme, wenn der Pflegebedürftige im Rollstuhl ins Bad, in sein Zimmer, zum Essen geschoben werden muss..
  4. Das Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung.

    Für: Arztbesuche zu therapeutischen Zwecken, Dialyse, Physikalische Therapien, Ergotherapie, Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie. Die Zeiten sollen im Einzelfall festgestellt werden. Bei Wartezeiten im Zusammenhang mit dem Aufsuchen von Ärzten und Therapeuten können bis zu 45 Minuten angesetzt werden.

Es gibt fünf Grundformen, wie der Pflegebedarf erfüllt wird:

Beaufsichtigung dient besonders der Sicherheit beim konkreten Handlungsablauf der Verrichtungen. Z. B. ist Beaufsichtigung beim Rasieren erforderlich, wenn durch eine unsachgemäße Benutzung der Klinge oder des Stroms eine Selbstgefährdung gegeben ist. Zum anderen kann es um die Kontrolle darüber gehen, ob die betreffenden Verrichtungen in der erforderlichen Art und Weise durchgeführt werden. Eine Aufsicht, die darin besteht zu überwachen, ob die erforderlichen Verrichtungen des täglichen Lebens überhaupt ausgeführt werden, und lediglich dazu führt, dass gelegentlich zu bestimmten Handlungen aufgefordert werden muss, reicht nicht aus. Nur konkrete Beaufsichtigung, Überwachung und/oder Erledigungskontrollen sind zu berücksichtigen, die die Pflegeperson in zeitlicher und örtlicher Hinsicht in gleicher Weise binden wie bei unmittelbarer personeller Hilfe. Eine allgemeine Beaufsichtigung zählt nicht dazu.

Unterstützung bedeutet, den Antragsteller durch die Bereitstellung sächlicher Hilfen in die Lage zu versetzen eine Verrichtung selbständig durchzuführen. Dazu gehört z. B. beim Gehen die Bereitstellung eines Rollators. Eine Unterstützung z. B. beim Waschen liegt dann vor, wenn eine Person sich zwar selbst waschen kann, aber das Waschwasser bereitgestellt, nach dem Waschen beseitigt oder ein Waschlappen gereicht werden muss. Ein weiteres Beispiel ist das Bereitlegen geeigneter Kleidungsstücke im Rahmen des An- und Auskleidens.

Anleitung hat zum Ziel, die Erledigung der täglich wiederkehrenden Verrichtungen durch den Pflegebedürftigen selbst sicherzustellen.
Aufgabe der Pflegeperson ist es, im individuell notwendigen Umfang zur Erledigung der Verrichtungen anzuhalten. Wie bei anderen Hilfeleistungen auch, kann der mit der Anleitung verbundene Aufwand sehr unterschiedlich sein. Er kann von der Aufforderung mit Erledigungskontrolle bis hin zur ständig notwendigen Anwe- senheit der Pflegeperson reichen, um auch kleinste Einzelhandlungen oder den ganzen Vorgang lenken oder demonstrieren zu können.

Ein Hilfebedarf in Form der Beaufsichtigung und Anleitung ist nur bei der Grundpflege zu berücksichtigen.

Teilweise Übernahme bedeutet, dass die Pflegeperson den Teil der Ver- richtungen des täglichen Lebens übernimmt, den der Antragsteller selbst nicht ausführen kann. Eine teilweise Übernahme der Verrichtung liegt dann vor, wenn eine personelle Hilfe zur Vollendung einer teilweise selbständig erledigten Verrichtung benötigt wird. Eine teilweise Übernahme des Waschens liegt z. B. dann vor, wenn Gesicht und Teile des Körpers selbständig gewaschen werden, für das Waschen der Füße und Beine aber die Hilfe einer Pflegeperson benötigt wird.

Vollständige Übernahme bedeutet, dass die Pflegeperson alle Verrichtungen ausführt, die der Antragsteller selbst nicht ausführen kann. Eine vollständige Übernahme liegt dann vor, wenn die Pflegeperson die Verrichtung ausführt und der Antragsteller dabei keinen eigenen Beitrag zur Vornahme der Verrichtung leisten kann.

Wichtig: Für das Umsetzen vom Rollstuhl auf z-B. die Toilette oder den Weg dorthin, wenn dabei jeweils Hilfe erforderlich ist, so muss das im Bereich Mobilität berücksichtigt werden, es ist also in den Zeiten der eigentlichen Pflegeleistung (Waschen, Toilette) nicht enthalten.

Beispiel:

Wasserlassen 2-3 Minuten
aber hinzu kommen:

  • Weg zur Toilette mit Unterstützung/Beaufsichtigung/Übernahme 1 Minute
  • Richten der Bekleidung 2 Minuten
  • Händewaschen mit Unterstützung/Beaufsichtigung/Übernahme 1-2 Minuten
  • Weg zurück von der Toilette mit Unterstützung/Beaufsichtigung/Übernahme 1 Minute.

So werden aus 2-3 Minuten schnell 7-9 Minuten

Die angegebenen Zeitwerte sind nur eine Richtlinie. In begründeten Fällen kann der Gutachter davon abweichen (nach oben, aber auch nach unten). Maßgebend ist der individuelle Pflegebedarf.

Auf der anderen Seite muss man berücksichtigen, dass die angegebenen Werte nicht immer als Tageswerte zu verstehen sind: Baden wird länger als 20-25 Minuten dauern, wird aber sicher auch nicht täglich erforderlich sein. Insofern ist hier ein Tagesanteil berücksichtig.

Daraus folgt aber im Umkehrschluss, das auch andere Leitungen, die nicht täglich anfallen, berücksichtigt werden müssen.

Zum Beispiel gelegentliches Einnässen. Solche Pflegebedarfe müssen aber dennoch dauerhaft, also immer wieder mal vorkommen. Mindestens einmal proWoche und das dauerhaft. Es genügt nicht, wenn es "schon mal vorgekommen ist".

Wenn zwei Personen benötig werden, um bestimmte Teile der Grundpflege durchzuführen, dann ist die anzurechnende Zeit ebenfalls zu verdoppeln

Nur die auf dieser Seite genannten Tätigkeiten sind Grundpflege, nur die dafür aufgewendete Zeit ist die für die Grundpflege benötigte Zeit, die berücksichtigt wird.

Alle anderen Tätigkeiten spielen für die Bemessung letztlich keine Rolle.

In Einzelfällen können zur Grundpflege weitere "Erschwerende Faktoren" hinzu kommen.

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