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Ministerium finanziert private Imagewerbung - Betroffene vergessen
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icpflegwEine gute Idee, aber leider sehr schlecht gemacht: Geben Sie der Pflege Ihr Gesicht.

Wie schreibt das Ministerium auf seiner Website zum Auftakt der Aktion:


Geben Sie der Pflege Ihr Gesicht
Pflegende – ganz gleich, ob beruflich, ehrenamtlich oder familiär – engagieren sich täglich für ein würdevolles Leben anderer. Hier berichten unsere Pflege-Botschafterinnen und Pflege-Botschafter, warum sie diese wichtige Arbeit leisten und was das Besondere an ihrer Tätigkeit ausmacht.


61% der Pflegebedürftigen werden durch Angehörige gepflegt.
100% der Bilder zeigen professionelle Pflegekräfte.

Warum sind zum Start der Aktion keine pflegenden Angehörigen dabei? Hat man sie vergessen? Sind sie unwichtig?

Nein! Also: Anmelden - Mitmachen - Flagge zeigen!

Die erste Pressemitteilung zur Aktion erhalte ich vom "bpa - Bundesverband priv. Anbieter sozialer Dienste ".

In der Pressemitteilung des Bundesministeriums sind die Angehörigen dann auch gleich verschwunden:

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: „Mit der Aktion ‚Ich pflege, weil’ wollen wir mehr gesellschaftliche Anerkennung für die Pflegenden. Pflegeberufe sind Berufe mit Zukunft. Unsere Gesellschaft ist mehr denn je auf Menschen angewiesen, die sich der Kranken- und Altenpflege widmen oder dies in Zukunft tun wollen. Es soll deutlich werden, mit welchem Engagement die Pflegenden den Pflegebedürftigen ein Leben in Würde ermöglichen.“

Hier veranstaltet das Bundesministerium für Gesundheit Imagewerbung für die professionellen Pflegedienste. Die dort Beschäftigten haben es verdient, sie arbeiten unterbezahlt und meist sehr engagiert. Die Pflegekräfte in der ambulanten Pflege verdienen unseren Respekt.

Sie und die Angehörigen arbeiten zusammen, die einen können ohne die anderen nicht auskommen. Es wird Zeit, dass die Pflegeberufe im gesellschaftlichen Umfeld neu und besser bewertet werden.  
Das gilt für die gesellschaftliche Anerkennung ebenso, wie für die Bezahlung. Wenn die Aktion dazu einen Beitrag leistet ist das wichtig und richtig.

Was aber bitter aufstößt ist, dass hier offenbar zu keinem Zeitpunkt jemand an die gedacht hat, die die Hauptlast der Pflege tragen: Die pflegenden Angehörigen.

Bei den gezeigten Pflegekräften wird dann natürlich auch der Arbeitgeber genannt, Sagt mir das Ministerium damit, dass diese Dienste zu den guten Pflegediensten zählen, die sich täglich für ein würdevolles Leben anderer einsetzen? Was ist mit den anderen? Wer hat hier die Dienste ausgewählt, denen die Werbung und der ministerliche Ritterschlag zu teil wurden?

Wie schreibt Frau Schmid: "Das Bundesgesundheitsministerium ruft Pflegende auf, sich an der Aktion zu beteiligen und Pflegebotschafterin oder Pflegebotschafter zu werden."
Warum hat man z.B.Stefan Krastel nicht gefragt?


So gerät die gute Idee zur Peinlichkeit, nicht weil eine Lobbygruppe sich erfolgreich darstellt, sondern weil sich zeigt wie wenig die pflegenden Angehörigen im Bewusstsein der politisch Verantwortlichen vertreten sind.

Link zur Aktion

Aktualisiert am: Montag, 21. September 2009 um 20:38
 
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