Sie sind hier: Startseite | PflegeWG | Die Wohngemeinschaft
Die Wohngemeinschaft
smaller text tool iconmedium text tool iconlarger text tool icon

Was zuhause verloren geht -
es ist in der Wohngemeinschaft möglich

Oft eskaliert die Situation zuhause bevor es zur Einsicht kommt, dass die Pflege nicht mehr zu bewältigen ist. Es reift die Entscheidung den Partner, die Eltern in professionelle Pflege zu geben. Gleichzeitig entsteht die Scham, weil man seinen Angehörigen nicht "abschieben" will.

Diese Scham ist falsch und sie schadet den Pflegenden ebenso, wie dem Gepflegten.
Es kommt im häuslichen Umfeld die Situation die weder für den Erkrankten noch für den Pflegenden erträglich ist.

Wenn zwei Menschen zusammenleben, einer davon aber dementiell erkrankt, gibt es irgendwann keine Kommunikation, keine soziale Interaktion mehr zwischen den Partnern, weil die nicht einseitig funktionieren kann. Hinzu kommen Probleme aus dem medizinisch- pflegerischen Bereich, die nicht mehr zu beherrschen sind.

In einer Wohngemeinschaft ist die Situation anders, hier gibt es ein soziales Geschehen, ohne dass der Erkrankte von sich aus dazu beitragen muss, an dem er aber passiv oder nach seinen Möglichkeiten aktiv teilnimmt. Maß und Umfang des eigenen Handelns bestimmt er selber. Der Erkrankte ist immer in die Gemeinschaft und das Geschehen eingebunden. Gegen Langeweile und Einsamkeit gibt es spezielle Angebote. Gemeinsames Planen des Alltags, gemeinsames Kochen, aber beispielsweise auch Spiele, Vorlesenachmittage, gemeinsame Musik zum Mitsingen und Spaziergänge mit dem Rollstuhlschiebedienst.

In der Wohngemeinschaft sind immer Hilfskräfte und examinierte Mitarbeiter, Altenpfleger oder Krankenschwestern, anwesend. Sie können mit dem Verhalten der Erkrankten umgehen und ihnen die Aufmerksamkeit und auch Anleitung geben die gebraucht wird. Desorientierung und Verwirrtheit sind ihnen vertaute Symptome, mit denen sie gelernt haben umzugehen. Die Pflege vom Waschen bis zum Füttern ist gewährleistet. Die Versorgung bei Inkontinenz, Sondenernährung oder die Überwachung medizinischer Geräte gehören zum Berufsalltag.

 

Es gibt verschiedene Maßstäbe, um eine Wohngemeinschaft zu bewerten, um die richtige WG auszuwählen.
Grundsätzlich gibt es technische Anforderungen, die sind relativ leicht zu beurteilen, sollten aber nicht unbedingt allein den Ausschlag geben. Selbstverständlich müssen Grundanforderungen erfüllt sein:

Sind die Namen und Telefonnummern und die Dienstzeiten der Veranwortlichen offen für jeden erreichbar ausgehängt?
Liegt eine Pflegekonzeption vor?
Wird bei der Aufnahme der Lebenslauf des Bewohners erfasst, um ihn individueller ansprechen zu können?
Wie sehen die Pflegedokumentationen aus?
Gibt es eine Zertifizierung durch unabhängige Organisationen (MDK)? 
Gibt es eine Zusammenarbeit mit Behinderten- oder Selbsthilfeorganisationen?

Werden die individuellen Bedürfnisse der Bewohnen berücksichtigt?

Aufstehen, Zu Bett gehen, Essenswünsche nach Geschmack und Menge?
Wie wird das "Taschengeld" der Bewohner verwaltet? 
Wie weit kann der eigene Wohnbereich gestaltet werden? 
Radio- und Fernsehen im eigenen Zimmer? 
Klopft das Personal an bevor es die Zimmer der Bewohner betritt?
Wie werden die Hembewohner vom Personal angesprochen? Du, Sie, Name, Oma, wir? - Ist der Ton also freundlich und wertschätzend?
Wird der Wunsch z.B. nach gleichgeschlechtlichem Personal bei der Körperpflege berücksichtigt?

Gibt es Gemeinschaftsräume? 
Es sollte keine "Besuchszeiten" geben. Können Angehörige mitessen?

Gibt es angehörigen Gruppen, Angehörigentreffen??

Ist das Haus barrierefrei? Gibt es also keine Stufen? Sind die Türen breit genug für Rollstuhlfahrer. Badtüren müssen sich nach außen hin öffnen.

Wie ist die Zimmergröße?

Diese und andere Kriterien sind für die Beurteilung einer Wohngemeinschaft wichtig und sollten bedacht werden, aber nicht weniger wichtig ist der gefühlte Eindruck.

Wie wirken die Bewohner des Hauses? 
Lebhaft? Reden sie miteinander? Sprechen sie Besucher an? Wie sprechen sie das Personal an? Erkennt man ein Vertrauensverhältnis?
Sitzen Die Bewohner allein in den Zimmern, auf dem Flur? Wirken sie wach oder abwesend? 
Wie ist der Geruch? Riecht es schlecht? Nach Urin? 
Vieles ist eine Stimmungsfrage, die sich nicht klar in Kriterien fassen lässt. Vertrauen Sie Ihrem Gefühl.

Wo liegt das Heim?

Ist es für Angehörige in der Nähe, gut zu erreichen?
Entspricht das Umfeld dem Gewohnten?  
Wie ist die Struktur der Bewohner? 
Ist es eine homogene Gruppe?

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 12. März 2010 um 22:14 Uhr
 
Werbung

Miteinander reden, andere fragen im

Link zum Forum