Die Einrichtungen der Tages- und der Nachtpflege bilden ein Zwischenstück, ein Bindeglied zwischen der Pflege zuhause und der Heimunterbringung. Der Sinn ist es die Pflegenden zu entlasten, dem Gepflegten aber gleichzeitig sein gewohntes Umfeld und seine Lebenssituation zu erhalten.
Die Nachtpflege kann den oft schwierigsten Teil der Pflege "auslagern" sie kann den Pflegenden, ebenso wie dem Gepflegten eine ruhige Nacht ermöglichen.
Bei der Entscheidung ob dies eine Möglichkeit in der eigenen Situation ist, müssen beide Blickwinkel berücksichtigt werden: der Blickwinkel des Gepflegten ebenso, wie der des Pflegenden. Beide will die gesetzliche Regelung unterstützen.
Aus der Sicht des allein in seiner Wohnung lebenden Gepflegten berücksichtigt das Angebot zwei unterschiedliche Problemstellungen:
Zum einen die Tatsache, dass oft nachts der ambulante Pflegedienst nicht zu Verfügung steht, aber gerade die Nächte oft mit großen Ängsten verbunden sind. Tatsächlich ist die "unbetreute" Zeit bei einem ambulanten Pflegedienst in der Nacht lang.
Es kann also durchaus attraktiv sein, nachts quasi in ein "Hotel" zu gehen, um dort zuverlässig betreut zu werden, am Tag dennoch ein möglichst normales Leben führen zu können. Durch eine Nachtpflege werden dabei auch die kritischen Phasen des Aufstehens und des Zubettgehens mit der notwendigen Körperhygiene abgedeckt.
Wer keinen ambulanten Pflegedienst in Anspruch nimmt, in der Familie von seinem Partner oder Kind gepflegt wird, kann so zusätzlich eine erhebliche Entlastung für die Pflegepersonen erreichen, weil die notwendigen Erholungsphasen wieder hergestellt werden können.
Ein Fahrdienst morgens und abends übernimmt den Transport. Dies bedeutet, dass auch Rollstuhlfahrer, sogar bettlägerige Patienten diese Angebote nutzen können.
Die Möglichkeiten der Tages- und Nachtpflege sollen einen Beitrag leisten, um eine Heimeinweisung und das Aufgeben der bisherigen Lebensumstände zu verhindern oder wenigstens erheblich zu verzögern. Gleichzeitig können sie aber auch den Übergang erleichtern, wenn dies notwendig werden sollte. Gerade diese Tatsache macht es aber auch schwer, denn natürlich entstehen Ängste, weil diese Einrichtungen oft auch als Vorstufe einer Heimunterbringung wahrgenommen werden.

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