Das Pflegeheim ist mit vielen Vorurteilen belastet.
"Bloß nicht ins Heim!" ist oft der verzweifelte Ausruf. Ist das berechtigt?
Anfang 2006 lebten bundesweit etwas über 675.000 Ältere in etwa 11.000 Einrichtungen. Das sind 32 Prozent der ca. zwei Millionen pflegebedürftigen Menschen.
Die Bundesregierung informiert uns dazu:
Im Pflegeheim leben die Bewohnerinnen und Bewohner in Einzel- oder Doppelzimmern; die früher üblichen Mehrbettzimmer sind heute seltener. Eine umfassende Versorgung und Betreuung ist gewährleistet. Das betrifft sowohl die pflegerische Versorgung, die medizinische Behandlungspflege und soziale Betreuung als auch die hauswirtschaftliche Versorgung.
In den meisten Einrichtungen findet man heutzutage eine Kombination der drei traditionellen Heimtypen Altenwohnheim, Altenheim und Pflegeheim.
Grundsätzlich gibt es technische Anforderungen, die sind relativ leicht zu beurteilen, sollten aber nicht unbedingt allein den Ausschlag geben. Selbstverständlich müssen Grundanforderungen erfüllt sein:
- Sind die Namen und Telefonnummern und die Dienstzeiten der Veranwortlichen offen für jeden erreichbar ausgehängt?
- Liegt eine Pflegekonzeption vor?
- Wird bei der Aufnahme der Lebenslauf des Bewohners erfasst, um ihn individueller ansprechen zu können?
- Wie sehen die Pflegedokumentationen aus?
- Gibt es eine Zertifizierung durch unabhängige Organisationen (MDK)?
- Gibt es eine Zusammenarbeit mit Behinderten- oder Selbsthilfeorganisationen?
- Werden die individuellen Bedürfnisse der Bewohnen berücksichtigt?
- Aufstehen, Zu Bett gehen, Essenswünsche nach Geschmack und Menge?
- Wie wird das "Taschengeld" der Bewohner verwaltet?
- Wie weit kann der eigene Wohnbereich gestaltet werden?
- Radio- und Fernsehen im eigenen Zimmer?
- Klopft das Personal an bevor es die Zimmer der Bewohner betritt?
- Wie werden die Hembewohner vom Personal angesprochen? Du, Sie, Name, Oma, wir? - Ist der Ton also freundlich und wertschätzend?
- Wird der Wunsch z.B. nach gleichgeschlechtlichem Personal bei der Körperpflege berücksichtigt?
- Gibt es Gemeinschaftsräume?
- Es sollte keine "Besuchszeiten" geben. Können Angehörige mitessen?
- Wird ein Kontakt zum Heimbeirat angeboten?
- Ist das Haus barrierefrei? Gibt es also keine Stufen? sind die Türen breit genug für Rollstuhlfahrer. Badtüren müssen sich nach außen hin öffnen.
- Wie ist die Zimmergröße?
Diese und andere Kriterien sind für die Beurteilung eines Heims wichtig und sollten bedacht werden, aber nicht weniger wichtig ist der gefühlte Eindruck.
Wie wirken die Bewohner des Hauses?
- Lebhaft? Reden sie miteinander? Sprechen sie Besucher an? Wie sprechen sie das Personal an? Erkennt man ein Vertrauensverhältnis?
- Sitzen Die Bewohner allein in den Zimmern, auf dem Flur? Wirken sie wach oder abwesend?
- Wie ist der Geruch? Riecht es schlecht? Nach Urin?
Wo liegt das Heim?
- Ist es für Angehörige in der Nähe, gut zu erreichen?
- Entspricht das Umfeld dem Gewohnten?
- Wie ist die Struktur der Bewohner?
- Ist es eine homogene Gruppe?

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